Warum Insekten stechen und was man nach Insektenstichen tun sollte

Viele Insekten verteidigen sich durch einen Stich, andere stechen zu, um ihren Hunger zu stillen. Die Stiche können sehr schmerzhaft sein oder einfach „nur“ jucken. Unangenehm sind sie auf jeden Fall. Und für Allergiker kann der eigentlich harmlose Piekser einer Biene lebensgefährlich sein.

Warum stechen Wespen, Bienen, Mücken & Co.?

So unterschiedlich wie die bei uns heimischen Insekten sind, so unterschiedlich sind ihre Gründe für einen Stich. Biene, Hornissen, Hummeln und Wespen stechen meist nur zu, wenn sie sich oder ihr Nest in Gefahr wähnen: wenn sie versehentlich gequetscht werden oder man mit bloßen Füssen  auf sie tritt. Auch wenn man nach ihnen schlägt oder sich ihrem Nest zu sehr nähert, verteidigen sie sich mit einem Stich.

 

Wespe - Foto: © Martina Berg

Wespe – Foto: © Martina Berg

Für Bienen endet eine solche Attacke auf einen Menschen immer tödlich. Ihr Stachel trägt Widerhaken und beim Versuch, ihn wieder aus der menschlichen Haut zu ziehen, reißt er meist zusammen mit dem Hinterleib des Insekts ab.

Wespenstachel dagegen sind glatt. Wespen können daher immer wieder zustechen. Sowohl Bienen als auch Wespenstiche schmerzen etwa gleich stark. Und auch der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher oder schmerzhafter. Obwohl Hornissen erheblich größer sind als alle anderen bei uns herumschwirrenden „Stechlinge“, ist ihr Gift nicht wirksamer als das einer Biene.

Viele Insekten stehen unter Naturschutz

Hornissen stehen unter Naturschutz und auch Wespennester dürfen nicht einfach zerstört werden. Manchmal bauen gerade Hornissen und Wespen aber ihre Nester an für den Menschen störenden Stellen: im Briefkasten, in Rollädenkästen oder der Küchenecke. Versuchen Sie gar nicht erst, ein solches Nest selber zu entfernen. Erstens dürfen Sie das gar nicht und zweitens ist das viel zu gefährlich. Denn meist geht gleich das ganze Volk zum Angriff über, wenn es sein Heim bedroht sieht.

Fachgerechte Hornissenumsiedlung - Foto: © Martina Berg

Fachgerechte Hornissenumsiedlung – Foto: © Martina Berg

Benachrichtigen Sie die in ihrer Stadt oder Gemeinde zuständige Naturschutzbehörde (am besten im Rathaus anrufen, die Mitarbeiter helfen Ihnen weiter). In der Regel kommt dann zeitnah ein Mitarbeiter, der sich um die Umsiedlung des Nestes kümmert.

Mücken, Zecken und Bremsen

Mücken, Zecken und Bremsen stechen, um an eine Blutmahlzeit zu gelangen. Sie benötigen das proteinreiche Blut anderer Lebewesen für sich selbst und die Aufzucht ihrer zahlreichen Nachkommenschaft. Solch ein Stich verursacht meist einen heftigen Juckreiz, allergische Reaktionen gibt es hier eher selten. Das Thema „Krankheiten durch Zeckenstiche“ werde ich demnächst in einem gesonderten Artikel behandeln.

Mücke auf einem Grashalm - Foto: © Martina Berg

Mücke auf einem Grashalm – Foto: © Martina Berg

Wie vermeiden Sie Insektenstiche?

Gerade im Sommer halten sich Bienen, Wespen und Hummeln auch gern einmal im Gras auf. Wer also barfuß durchs Gras läuft, muß einen Stich einkalkulieren. Besser ist es, Badelatschen oder Clogs zu tragen.

Gerade Wespen werden von Süßem wie magisch angezogen. Sie können einem die Kaffeetafel im Garten richtig verleiden. Trotzdem sollten Sie nicht versuchen, die Insekten mit wildem Händefuchteln zu vertreiben. Diese fühlen sich dadurch bedroht und stechen zur Verteidigung zu.

Stellen Sie ein Schälchen mit Zucker- oder Honigwasser in einiger Entfernung zum Kaffeetisch auf. Viele (aber leider meist nicht alle) Wespen fliegen lieber zum Zuckerwasser und werden Ihren Kuchen ignorieren.

Leckerer Zwetschenkuchen - Foto: © Martina Berg

Leckerer Zwetschenkuchen – Foto: © Martina Berg

Um Stiche im Mund oder Hals zu vermeiden, nutzen Sie für Ihre Getränke Becher mit Abdeckungen. Die gibt es in vielen bunten Farben günstig im Handel zu kaufen. Meist haben sogar die Strohhalme eine Kappe, denn selbst in dickere Strohhalme können Wespen und Bienen kriechen.

Anti-Insektensprays und Mücken-Lotionen bieten zumindest zeitweise Schutz. Spätestens nach 4 bis 5 Stunden muß dieser Schutz erneuert werden.

Erste Hilfe nach einem Insektenstich

Hat es Sie trotzdem erwischt, dann sollte zuerst ein eventuell noch steckender Stachel umgehend entfernt werden. Gerade bei Bienen pumpt der abgetrennte Hinterleib sonst weiterhin Gift in sie Stichstelle. Dann kühlen: mit einem Kältepack aus dem Kühlschrank oder einfach einem nassen Waschlappen. Ein Schuß Essig im Wasser wirkt abschwellend.

Eine frisch aufgeschnittene Zwiebel kannten schon unsere Großeltern als wikrsames Heilmittel: einfach die Einstichstelle damit abreiben. Eine Zitronenscheibe hat die gleiche Wirkung: zieht das Gift heraus und lindert Schwellung und Juckreiz.

Aufschneiden und Stichstelle damit einreiben - Foto: © Martina Berg

Aufschneiden und Stichstelle damit einreiben – Foto: © Martina Berg

Gegen den Juckreiz und als Vorbeugung gegen Infektionen hilft Teebaumöl, das man auf die Einstichstelle aufträgt. Natürlich gibt es auch in der Apotheke spezielle hilfreiche Salben und Tinkturen.

Wann sollte man den Notarzt rufen?

Schwellungen, Rötungen, Juckreiz und leichte Schmerzen direkt nach einem Insekten-Stich sind zwar unangenehm, aber normal und in der Regel nicht weiter gefährlich.

Treten die Beschwerden aber nicht nur in der Nähe der Einstichstelle auf oder kommt es gar zu Herzrasen und Atemnot, dann sollte sofort ein Notarzt gerufen werden (in Deutschland Telefon 112). Denn dann ist die betroffene Person wahrscheinlich allergisch gegen Insektengift und das bedeutet oft Lebensgefahr. Auch bei einem Stich in Mund oder Rachen ist es besser, einen Arzt zur Hilfe zu rufen.

Notruf-Telefonnummer 112 - Foto: © Martina Berg

Notruf-Telefonnummer 112 – Foto: © Martina Berg

Menschen, die bereits wissen, dass sie unter einer Insektenstichallergie leiden, sollten IMMER ihre vom Arzt verodnete Notfallmedizin mitführen und nach einem Stich schnellstmöglich anwenden.

Eine große Bitte zum Schluß

Bienen, Hummeln und viele andere Insekten sind sehr nützliche Tiere. Ohne sie würden unsere Obstbäume im Herbst keine Früchte tragen. Bitte erschlagen Sie kein Insekt ohne triftigen Grund sondern versuchen Sie, in Harmonie mit den Tieren zu leben.

Übrigens gibt es viele gelb-schwarz gestreifte fliegende Insekten, die keinen Stachel tragen und völlig harmlos sind. Oft werden beispielsweise Schwebfliegen mit Wespen verwechselt. Diese hübschen Fliegen nutzen den „schlechten Ruf“ der Wespen, um sich mit einer nahezu identischen Färbung zu schützen (Mimikry nennt sich diese Startegie in der Tierwelt).

Sieht aus wie eine Wespe, ist aber eine Schwebfliege - Foto: © Martina Berg

Sieht fast aus wie eine Wespe, ist aber eine harmlose Schwebfliege – Foto: © Martina Berg

Kennen Sie weitere wirksame Hausmittel gegen Insektenstiche? Dann verraten Sie uns diese doch bitte – dafür ist die Kommentarfunktion ideal!

Über Martina Berg (422 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

1 Kommentar zu Warum Insekten stechen und was man nach Insektenstichen tun sollte

  1. Gegen den Juckreiz hilft bei mir die Wärmemethode sehr gut, bei der man mit einem mit heißem Wasser (oder notfalls einem Feuerzeug) erhitzen Löffel oder anderen Metallgegenstand für etwa 20 Sekunden auf die Stichstelle drückt. Natürlich ist Vorsicht angebracht, es darf nicht zu heiß sein. Mein Apotheker hat mir ein batteriebetriebenes Gerät für diesen Zweck verkauft. Damit ging das dann noch viel einfacher, aber genausso wirksam!

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