Meister der Tarnung: der indonesische Mimic Octopus

Der faszinierende indonesische Mimic Octopus (Thaumoctopus mimicus) wurde erst 1998 vor der Küste von Sulawesi (Indonesien) erstmals gesichtet und 2001 wissenschaftlich beschrieben. Einen offiziellen deutschen Namen gibt es bisher noch nicht. Er wird aber in Deutschalnd häufig als Karnevalstintenfisch bezeichnet und gehört zur Familie der echten Kraken.

Der Mimic Octopus ist ein wahrer Meister der Tarnung. Bis heute ist er das einzige Tier, dass in der Lage ist, mehr als ein anderes Lebewesen nachzuahmen. Bis zu 15 unterschiedliche „Tarntrachten“ anderer Meeresbewohner kann er nach letzter Zählung annehmen. Dazu gehören die Flunder, Seeschlangen, Meerschnecken, Tintenfische, Schlangensterne, Riesenkraken, Muscheln, Rochen, Quallen, Seeanemonen und Krebse.

Dabei beschränkt er sich nicht nur darauf, seine Form und Farbe dem aktuell gewählten Vorbild anzupassen. Auch das Verhalten imitiert er. Seine Tarnstrategie dient dem Karnevalstintenfisch dazu, sich vor Gefahren zu schützen.

Es ist so intelligent, in fast jeder Situation zu erkennen, welche Tarnung für die momentane Bedrohung die beste ist. Forscher haben beobachtet, wie sich der Mimic Octopus als gebänderte Seeschlange tarnte, als er von Riffbarschen angegriffen wurde. Riffbarsche sind die bevorzugte Beute der Seeschlangen.

„Mimic Octopus 2“ von Steve Childs - originally posted to Flickr as Mimic Octopus. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mimic_Octopus_2.jpg#mediaviewer/File:Mimic_Octopus_2.jpg

„Mimic Octopus 2“ von Steve Childs – originally posted to Flickr as Mimic Octopus. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons

Seit ihrer Entdeckung 1998 wurden die recht seltenen Kraken häufiger beobachtet und gefilmt. Dabei wurde eine weitere Art entdeckt, die dem Mimic Octopus ziemlich ähnlich ist. Diese Krakenart trägt den Namen Wunderpus. Beide Arten leben auf dem Meeresboden vor den Küsten Indonesiens, Malaysias und den Philippinen. Ihre Beute suchen sie, indem sie über den sandigen Boden kriechen, dabei häufig verharren und oft ihre Form ändern. Näheres über ihre Lebensweise ist bis heute noch unbekannt.

Versuche, Mimic Octopus und Wunderpus in Aquarien zu halten, endeten bisher meist mit dem Tod der Tiere. Während der Gefangenschaft verweigern sie jede Nahrung und sterben sehr schnell. Auf dem Tiermarkt gibt es leider manchmal „Zebrakraken“ zu kaufen. Dabei handelt es sich um Wunderpus, die man aus den gerade genannten gründen auf gar keinen Fall kaufen sollte.

Das folgende Video zeigt wunderbar die Farbänderungen eines Mimic Octopus sowie seine „Verwandlung“ in eine geringelte Seeschlange, die sich in einer Höhle versteckt:

 

Über Martina Berg (422 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*