Die europäische Waschbären-Metropole

Kaum zu glauben, aber die meisten städtischen Waschbären Europas gibt es in Kassel. Dort haben sich die dämmerungsaktiven, putzigen Kleinbären in einigen Stadtteilen zu einer regelrechten Plage entwickelt: sie plündern Mülltonnen (Waschbären sind sehr erfindungsreich und raffiniert und öffnen quasi jeden Abfallbehälter), verwüsten Gärten und verschaffen sich Zugang zu Dachböden und Wohnungen. Nach einem solchen Besuch findet der menschliche Bewohner meist ein regelrechtes Schlachtfeld aus Nahrungsresten, Kot und angeknabberten Möbeln vor.

Waschbär

Waschbär – Foto: © Martina Berg

Wie aber kommen diese ursprünglich in Nordamerika heimischen, sehr anpassungsfähigen Allesfresser eigentlich nach Hessen? Die gesamte Population stammt – angeblich – von 2 Pärchen ab, die bereits 1934 zur „Bereicherung der heimischen Fauna“ in der Nähe des Edersees angesiedelt wurden. Zunächst breiteten sich ihre Nachkommen in den umliegenden Wäldern aus doch dann entdeckten sie, daß die Nahrungsbeschaffung in der Stadt viel einfacher ist als die Suche im Wald.

Einer wäscht, einer guckt zu - Foto: © Martina Berg

Einer wäscht, einer guckt zu – Foto: © Martina Berg

Seinen deutschen Namen erhielt der Waschbär übrigens von seiner typischen Handbewegung, mit der er seine Nahrung vor dem Verzehr wäscht. Dieses Verhalten zeigt der putzige Räuber aber nur in Gefangenschaft! Aber auch andere Länder haben für den Kleinbären eine Bezeichnung, die ebenfalls auf die Waschbewegung des Waschbären hindeutet: beispielweise „araiguma“ in Japan oder „orsetto lavatore“ in Italien.

Zutreffender ist die englische Bezeichnung „Raccoon“, die auf ein indianisches Wort des Volkes der Algonkin zurückgeht: „ahrah-koon-em“ bedeutet in etwa „der mit seinen Händen reibt, schrubbt und kratzt“. Überliefert wurde die Aussprache von Häuptling Powhatan und seiner Tochter Pocahontas.

Waschbären sind sehr gute Schwimmer - Foto: © Martina Berg

Waschbären sind sehr gute Schwimmer – Foto: © Martina Berg

Und wer sich nun für eine genaue Analyse des Waschbärenlebens in Kassel interessiert, dem empfehle ich die folgende Seite: Die Waschbären kommen.

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Über Martina Berg (420 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

1 Kommentar zu Die europäische Waschbären-Metropole

  1. Die Wachbären in Kassel, und Ihr Gebiet vergrößern Sie auch immer weiter, in wohnte von ein paar Jahren in der Nähe von Göttignen. Selbst da bekamen wir regelmäßig Besuch von diesen hübschen Tieren. Die Zerstörung die sie hinterlassen, ist wirklich ein Ärgernis.

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  1. Kuriose Tierwelt: Die europäische Waschbären-Metropole | Martina Berg

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