Plädoyer für sture Esel

Sehr viele Menschen kennen den Esel als dummes, störrisches Tier und betiteln ihre Mitmenschen mit Schimpfwörtern wie „Dummer Esel“ oder „Sturer Esel“. Kaum jemand macht sich die Mühe einmal genauer hinzuschauen und sich zu fragen: Warum macht ein Esel das? Wissen Sie es? Nein? Dann sind Sie in diesem Artikel genau richtig! Ich möchte Ihnen diese liebeswerten Langohren einmal etwas näher bringen und mit etwas Glück antworten Sie demnächst auf die Betitelung „Sturer Esel“ mit: „Danke für das Kompliment!“

„Lachender“ Esel – Foto: Martina Berg

Der Esel gehört zu den ältesten Haustieren der Menschen. In den südlichen Ländern fristet er zumeist ein entbehrungsreiches Leben als Arbeitstier. Er ist sehr genügsam, zumindest was das Futter angeht. Außerdem kommt er mit Hitze und Trockenheit bestens zurecht.

Der Esel ist ein Fluchttier und ernährt sich von Gras, welches er in kleinen Portionen, dafür aber über den ganzen Tag verteilt, regelrecht zupft. Dies tut er damit er bei Gefahr flüchten kann. „Ein voller Bauch rennt nicht gern.“ Da der Esel aber eher „trippelt“, ist er trotz allem auch ein recht wehrhaftes Tier. Er würde im Notfall also auch mit den Hufen schlagen und beißen.

Hausesel

Hausesel – Foto: © Martina Berg

Im Aussehen haben alle Esel einige Gemeinsamkeiten. So haben die meisten von ihnen eine auffällige Streifung im Fell, einen Strich auf dem Rücken (der auch „Aalstrich“ genannt), das „Schulterkreuz“ und einen weißen Rand um das Maul (Mehlmaul).

Wie es bei so langen beweglichen Ohren nicht anders zu erwarten ist, haben Esel ein sehr empfindliches Gehör. Bevor sie nämlich flüchten, horchen und prüfen sie erstmal ob es sich denn überhaupt lohnt loszutrippeln. Esel können natürlich bei weitem nicht so schnell laufen wie zum Beispiel Pferde. Da er demnach nicht schnell vor seinen Feinden flüchten kann, muss er umso schneller reagieren können. Er beobachtet die Situation und ist in der Lage seine Schlüsse daraus zu ziehen. Wenn Sie ihn bei diesen Überlegungen stören oder gar bedrängen, kommt es vor, dass der Esel sich gar nicht mehr bewegt. Dieses Verhalten wirkt auf viele Menschen natürlich störrisch, dabei ist eigentlich Unwissenheit und falsche Handhabung schuld, oder?

Esel als Zugtier - Foto: © Martina Berg

Esel als Zugtier – Foto: © Martina Berg

Esel haben ihren eigenen Kopf und sind dazu noch kleine Schlitzohren. Sie finden jedes Loch im Zaun, kriechen unter Koppelbändern hindurch wenn es ihnen zu langweilig ist, oder im Stall die Verriegelung zu öffnen- alles kein Problem. Sie erkennen „ihre“ Leute schon von Weitem.

Wenn Sie also demnächst einen Esel treffen, der Sie mit treuen großen Kulleraugen anschaut, witzig mit den Ohren wackelt und ein fröhliches „Iiiaaah“ erklingen lässt, beleidigen Sie ihn bitte nicht. Aber wie ich das sehe, würden Sie das auch nicht tun, nicht wahr?

Autor:
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Über Martina Berg (425 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

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