Glückskatzen

Ihren Ruf als Glücksbringer verdanken dreifarbige Katzen der Tatsache, dass sie recht selten sind. Schon Alfred Brehm schrieb 1893 in seinem Werk „Brehms Tierleben“ über die schwarz, weiß und orange gemusterten Tiere:

Eine dreifarbige Katze schützt das Haus vor Feuer und anderem Unglück, die Menschen vor dem Fieber, löscht auch das Feuer, wenn man sie in dasselbe wirft und heißt deshalb „Feuerkatze“. Wer sie ertränkt hat kein Glück mehr oder ist sieben Jahre lang unglücklich; wer sie totschlägt hat fernerhin kein Glück; wer sie schlägt muss es von hinten tun.“

Aus heutiger Sicht ist diese märchenhafte Schilderung natürlich purer Unsinn, damals aber glaubten die Menschen tatsächlich daran. Zwar schützte dieser Aberglaube die Glückskatzen meist vor dem Ertränken oder Erschlagen. Dafür starb aber manch dreifarbiger Stubentiger als vermeintlicher Feuerlöscher in den Flammen oder trug zumindest schwere Brandwunden davon. Zum Glück für die hübschen Tiere greifen wir heute im Brandfall ja lieber zu Feuerlöschern oder rufen die Feuerwehr. 🙂

Dreifarbige Katze

Kleine Glückskatze – Foto: © rhtierfoto – Fotolia.com

Außerdem zeugt das obige Zitat von der wissenschaftlichen „Qualität“ des ehemals zoologischen Standardwerkes. Die frühen Auflagen von „Brehms Tierleben“ wimmeln übrigens von derartigem Aberglauben, Legenden und Unwahrheiten. Gerade deshalb und wegen der meist sehr schönen Illustrationen ist es auch heute noch ein Vergnügen, im Brehm zu schmökern.



Dreifarbige Glückkatzen sind fast immer weiblich. Dies liegt an der Tatsache, dass die Fellfarbe bei Katzen geschlechtsgebunden vererbt wird. Bei Katern ist dieses Fellmuster extrem rar. Kommt es doch einmal vor, dann ist ein solches Männchen meist unfruchtbar. In Züchterkreisen wird die orange, weiß und schwarz gefleckte Fellfärbung Tricolor genannt, eine andere Bezeichnung ist Schildpattmuster.

In Japan ist der Maneki-neko ein überaus beliebter Glücksbringer. Es handelt sich um eine sitzende Katzenfigur, die mit einer erhobenen Tatze den Betrachter herbeiwinkt. Nicht nur in Japan, sondern auch in China und Thailand sieht man Maneki-nekos häufig vor Eingängen zu Restaurants oder Läden sitzen. Dort sollen sie Gäste und Kunden in das Geschäft winken. In privaten Häusern und Wohnungen werden sie gern aufgestellt, denn sie verheissen Wohlstand und halten Unglück fern.

Maneki-nekos en masse - Glück garantiert - Foto: © Martina Berg

Maneki-nekos en masse – Glück garantiert – Foto: © Martina Berg

Als Vorbild für die heute gebräuchlichen Maneki-nekos  gilt die Katzenrasse Japanese Bobtail. Die seltene, dreifarbige Zuchtform namens Mike-neko („Drei-Fell-Katze“)  ähnelt stark unseren Hauskatzen. Allerdings hat sie einen Stummelschwanz.

Dreifarbige Katzen werden weltweit als Glücksbringer gesehen. Freuen Sie sich über jede Begegnung mit einer Glückskatze und glauben Sie an die Wirkung. Dann kann der Tag nur glücklich werden!





Über Martina Berg (447 Artikel)
Bogenschützin, Antiquarin, Bloggerin und Fotografin aus dem Lipperland. Bogenschützen finden auf www.bogensport-deutschland.de interessante Informationen und Bogensport-Artikel.

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