Die Wasserminze, ein Heilmittel gegen Bauchweh

Schon die Kelten schätzten die Kräfte der milden Schwester der Pfefferminze sehr. Sie hilft besonders bei Magen- und Darmbeschwerden.

Heimisch ist sie in ganz Europa und in Nordafrika. Außerdem findet man Sie im Norden Afrikas, im Kaukasus und im Iran. Wie der Name ja schon verrät, liebt es die Wasserminze (Mentha aquatica) feucht. Sie ist eine echte Sumpfpflanze und wächst bevorzugt an Ufern und in Feuchtwiesen. Häufig findet man sie auch in feuchten Bruchwäldern und in der Nähe von Weiden-Gebüsch. Auch an den Hängen von Wassergräben kommt die Wasserminze vor.

Wasserminze – Foto: © Martina Berg

Wie erkennt man die Wasserminze?

Sie ähnelt der Pfefferminze, riecht allerdings erheblich schwächer (Blätter zwischen den Fingern zerreiben). Die krautige, mehrjährige Pflanze wird durchschnittlich zwischen 20 bis 50 cm hoch (es wurden aber auch schon wesentlich höhere Pflanzen gefunden). Die Blätter sind einförmig, haarig, hellgrün und die Blattränder leicht gezähnt. Die hell violetten Blüten stehen in sogenannten Scheinquirlen in Form von kugeligen Häufchen zusammen. Die Wasserminze blüht von Juli bis Oktober. Im Herbst entwickeln sich dann aus den Blüten die Samen.

Die Wasserminze als Arznei- und Heilpflanze

Pflanzen der Gattung Minzen (Mentha) zählen zu den ältesten Heilpflanzen der Menschen. Häufig wurden sie auch bei diversen Ritualen eingesetzt. Neben dem Echten Eisenkraut (Verbena officinalis) und dem Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) war die Wasserminze eines der heiligen Kräuter der Druiden, der kultischen Elite der Kelten. Sie galt als Symbol für Glück und Reichtum. Als wirksames Mittel gegen das „Seitenstechen“, gegen Menstruationsprobleme und Verdauungsstörungen wurde sie bereits im Mittelalter eingesetzt.

Wasserminze – Foto: © Martina Berg

Die Anwendungen der Wasserminze

Heute wird die Wasserminze hauptsächlich zur Behandlung von Magenbeschwerden eingesetzt. Sie lindert Blähungen, fördert die Verdauung, regt den Gallenfluß an, wirkt krampflösend und keimtötend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Außerdem hilft die Pflanze bei Appetitlosigkeit, Brechreiz, Erkältungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Menstruationsschmerzen.

Verwendete Pflanzenteile der Wasserminze und Inhaltsstoffe

Für die Heilanwendungen werden die Blätter und das Kraut genutzt. Sie können als Umschlag, Bad, Tee oder Tinktur angewendet werden. Gesammelt werden die Pflanzenteile vor der Blüte der Pflanze! Nachgewiesene Wirkstoffe der Wasserminze sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Enzyme, Gerbstoffe, Limonen, Menthofuran, Menthol und Pinen.

Anbautipps und Sammeltipps für die Wasserminze

Die Vermehrung der Wasserminze erfolgt über Wurzelteilung. Wie ja bereits erwähnt, mag die Pflanze es feucht bis nass. Also am besten am Ufer eines Gartenteiches oder Baches anpflanzen. Sie kann auch ruhig einige Zentimeter unter Wasser stehen. Ist dies nicht möglich, dann muß der Boden immer gut feucht gehalten werden. Über Wurzelausläufer vermehrt sich die Wasserminze von selbst.

Am besten wirken Kraut und Blätter, die vor der Blüte geerntet werden. Frische Blätter können aber jederzeit gesammelt werden. Um die Blätter zu Trocknen, sollten die kompletten Stängel bei sonnigem Wetter kurz vor der Blüte gepflückt werden. Anschließend bei etwa 35 Grad Celsius trocknen. Die trockenen Blätter von den Stängeln abstreifen und trocken in gut schließenden Behältern lagern.

Wasserminze – Foto: © Martina Berg

Anwendung der Wasserminze bei Krankheiten und Beschwerden

ACHTUNG: Minzöle können bei Kleinkindern zu Atemstillstand führen, wenn diese im Mund- und Nasenbereich eingesetzt werden! Daher Minzöle am besten nicht bei Kleinkindern anwenden.

Tee aus Wasserminze
Zwei Teelöffel getrocknete Wasserminzen-Blätter mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgießen. 5-8 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und möglichst heiß trinken.

Der Tee lindert Darm- und Magenbeschwerden, hilft bei Kopfschmerzen und den anderen bereits genannten gesundheitlichen Problemen.

Äußerliche Anwendung des Tees
Der Teeaufguß kann für Kompressen, Umschläge, Waschungen und Bäder genutzt werden. Hilft gegen schmerzende Gelenke. Ein Bad mit einem Zusatz von Wasserminze-Tee oder auch Minzöl erfrischt und stärkt.

Umschlag auf frischen Blättern
Frische, möglichst saftige Wasserminzeblätter zerquetschen und den so entstandenen Brei als Umschlag auf Insektenstiche geben. Wirkt leicht betäubend und kühlend.

Anwendungen des Minzöls
Wasserminzeöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Da dieses Verfahren doch recht aufwendig und auch nicht sehr ertragreich ist, empfiehlt sich der Kauf des Öls in einer Apotheke.

Einreibungen mit dem Öl der Wasserminze helfen bei Nervenschmerzen (Neuralgien). Bei Erkältungen gibt man einige Tropfen des Minzöls auf ein Taschentuch und inhaliert die ausströmenden ätherischen Öle.

Beachten Sie unbedingt, dass diese Hausmittel teilweise lediglich die Symptome mildern. Suchen Sie bei hartnäckigen Beschwerden oder ernsthaften Verletzungen immer unbedingt einen Arzt auf!

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Über Martina Berg (422 Artikel)
Fotografin, Autorin, Bloggerin, Bogenschützin und Antiquarin aus dem Lipperland. Mein Antiquariat "Die Bücher-Berg" finden Sie unter www.martinaberg.com. Eine Übersicht meiner weiterer Projekte steht rechts im Menü.

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