Darwin liebte außergewöhnliche Tiere – auf seinem Teller!

Charles Darwin (1809-1882) ist sicherlich der berühmteste und wichtigste Naturwissenschaftler unserer Zeit. Häufig ist auch zu lesen, dass Darwin Vegetarier war.

Während seiner Studentenzeit in Cambridge aß er aber noch sehr gern Fleisch: er war Mitglied eines Vereins mit dem Namen „Glutton Club“ (sinngemäß „Vielfraß-Club“). Der einzige Vereinszweck war es, möglichst ungewöhnliche Tiere zu essen, die in Europa sonst eher selten bis nie in den Kochtöpfen landeten. Die Clubmitglieder verspeisten Falken und Rohrdommeln. Auch ein Waldkauz stand einmal auf ihrer Speisekarte – der entpuppte sich aber als sehr zäh und wenig schmackhaft.

Darwin-Nandu

Darwin-Nandu

Auch an Bord der HMS Beagle, mit der er seine berühmte Forschungsreise antrat, nutzte Darwin immer wieder die Gelegenheit, um das Fleisch ihm bisher unbekannter Tiere zu kosten.



So aß er unter anderem ein Gürteltier und ein nicht näher bezeichnetes braunes Nagetier, das ihm ganz besonders gut mundete.

Einmal wurde ihm ein sehr seltener Laufvogel aufgetischt, dessen Überbleibsel er dann aber lieber wissenschaftlich untersuchte, statt ihn zu verspeisen. Dieser Vogel war ein Nandu, der später den Namen Rhea darwinii (Darwin-Nandu) erhielt.

Aus späterer Zeit ist folgende Aussage Darwins überliefert: „Das Beurteilen von Formen, organischen Funktionen, Gewohnheiten und Ernährungsarten zeigen klar, dass die normale Nahrung des Menschen aus Früchten besteht, wie es bei Anthropoiden und Menschenaffen der Fall ist, und dass unsere Eckzähne weniger stark entwickelt sind als ihre. Wir sind nicht dazu bestimmt, uns mit wilden Bestien und fleischfressenden Tieren zu messen.“

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Über Martina Berg (450 Artikel)
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